Operative Knorpeltherapie.

Bei Knorpelschäden bietet die Könighofer Praxis München verschiedene operative Knorpeltherapien an. Im Folgenden werden diese Therapieformen beschrieben und erklärt, welche Therapie für welche Art von Knorpeldefekt eingesetzt werden kann.

Microfrakturierung / Anbohrung

Diese Therapieform kommt speziell bei kleineren Knorpeldefekten (kleiner gleich 2,5cm²) zum Einsatz. In derartigen Fällen ist es möglich, die Selbstregenerationsfähigkeit des Knorpels zu stimulieren (Bildung eines Faserersatzknorpels).

Im ersten Schritt erfolgt die Entfernung des defekten Gelenksknorpels. Daraufhin wird mit speziellen Instrumenten der unter dem Knorpel liegende Knochen eröffnet, sodass mehrere Knochenkanäle entstehen. Jene Kanäle führen zu einem Einströmen kleiner Blutmengen aus dem Knochen. Diese enthalten wiederum Stammzellen sowie Wachstumsfaktoren. Im Verlauf entwickelt sich daraus ein Faserersatzknorpel, der den Knorpeldefekt auffüllt.

Knorpel-Knochen-Transplantation

Eine Alternative zur oben genannten Methode bildet die Transplantation von Knorpel-Knochen-Zylindern. Dies bedeutet, dass der Knorpeldefekt mittels spezieller Instrumente „ausgestanzt“ wird. Daraufhin wird ein körpereigener Knorpel-Knochen-Zylinder aus einem nicht belastetem Gelenkanteil entnommen. Dieser wird in weiterer Folge exakt in den Knorpeldefekt eingebracht.

Diese Vorgangsweise kommt hauptsächlich bei Knorpeldefekten zum Einsatz, bei welchen der subchondrale Knochen ebenfalls beschädigt ist. Auch für Patient_innen, die an einer Osteochondrosis dissecans leiden, empfiehlt sich dieses Verfahren.

Arthroskopische Knorpelzelltransplantation

Im Falle großer Knorpeldefekte erscheinen die zuvor diskutierten Therapieformen wenig zielführend. Um ebenjene zu behandeln, wird auf eine arthroskopische Knochenzelltransplantation zurückgegriffen. Im Rahmen derer wird der diagnostischen Kniegelenksarthroskopie zwei kleine Knorpelstanzen aus nicht belasteten Gelenkknorpelbereichen entnommen. Aus diesen werden anschließend die Chondrozyten herausgelöst und im Labor vermehrt. Nach ca. drei Wochen ist eine adäquate Menge an körpereigenen Knorpelzellen entstanden. In einer zweiten Operation, welche in etwa drei bis vier Wochen darauf vollzogen wird, findet schließlich die eigentliche Knorpelzelltransplantation zur Behandlung des Knorpeldefekts statt. Die ACT kann heutzutage ebenso minimal invasiv durchgeführt werden (arthroskopisch unterstützt).

Zunächst erfolgt eine sorgfältige Entfernung des Knorpelrests. Daraufhin werden die körpereigenen Knorpelzellen zusammen mit dem Hydrogel arthroskopisch mit einer Kanüle in den Knorpeldefekt eingebracht, bis der Knorpelschaden vollständig ausgefüllt ist. Nach der Operation entwickelt sich aus dem Knorpelzelltransplantat ein stabiler funktionsfähiger Gelenkknorpel. Hierzu bilden die körpereigenen Knorpelzellen die sogenannte Grundsubstanz, welche eine wichtige Rolle für die Funktion des Knorpels trägt.

Offene Knorpelzelltransplantation

Ist der subchondrale Knochen beschädigt oder besteht keine Randfassung mehr, ist die arthroskopische Knorpelzellentransplantation nicht durchführbar. Bei dieser Behandlungsmethode werden die Knorpelzellen vor der Operation auf ein spezielles Trägermedium – der Matrix aus Kollagen – aufgebracht. Daraufhin erfolgt im nächsten Schritt eine offene Knorpelzellentransplantation mit einem minimal invasiven Zugang.

Nach der Präparation des Knorpeldefekts wird das Knorpelzelltransplantat passgenau in den vorbereiteten Knorpeldefekt eingebracht. Dies geschieht, indem die Ränder ebenjenes an dem gesunden Gelenkknorpel angenäht werden. Somit erfolgt eine stabile Fixierung.

Umstellungsosteotomie (Achskorrektur)

Ausgeprägte Fehlstellungen der Beine – sogenannte „X-Beine“ oder „O-Beine“ – können zu einer einseitigen Belastung des Kniegelenks führen. Über einen längeren Zeitraum hinweg wird dadurch der innere bzw. äußere Gelenkknorpel verschlissen. Bleiben diese Fehlstellungen der Beinachse unbehandelt, kann dies zu einer schweren und sehr schmerzhaften Arthrose führen.

Durch eine Umstellungsosteotomie (Achskorrektur) erfolgt eine Korrektur der Beinachse und die Beseitigung der Fehlbelastung des betroffenen Kniegelenks. Dies geschieht, indem die Last, die auf die Knorpelflächen wirkt, wieder gleichmäßig verteilt ist. Diese Operation stellt damit eine gute Möglichkeit dar, den Einsatz eines künstlichen Kniegelenks hinauszuzögern oder – im Idealfall – sogar gänzlich zu vermeiden.